{"id":9055,"date":"2026-09-07T06:38:28","date_gmt":"2026-09-07T06:38:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.johanna-swist.de\/wpjs\/?p=9055"},"modified":"2026-09-07T06:38:28","modified_gmt":"2026-09-07T06:38:28","slug":"schutz-der-schwerbehinderten-im-arbeitsverhaeltnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.johanna-swist.de\/wpjs\/de\/schutz-der-schwerbehinderten-im-arbeitsverhaeltnis\/","title":{"rendered":"Schwerbehinderung: Schutz im Arbeitsverh\u00e4ltnis nach dem AGG"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h1 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Schutz der Schwerbehinderten im Arbeitsverh\u00e4ltnis<\/span><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Unterlassene Arbeitsagentur-Meldung begr\u00fcndet Entsch\u00e4digungsanspruch eines schwerbehinderten Bewerbers<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Mit Urteil hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) der Revision eines schwerbehinderten Juristen stattgegeben und einen beklagten Landkreis zur Zahlung einer Entsch\u00e4digung nach \u00a7 15 Abs. 2 AGG in H\u00f6he von 6.864,00 Euro verurteilt (Urteil vom 11. M\u00e4rz 2020 \u2013 8 AZR 414\/18). Die Entscheidung verdeutlicht, dass formale Fehler im Stellenbesetzungsverfahren \u2013 insbesondere bei der Einschaltung der Agentur f\u00fcr Arbeit \u2013 f\u00fcr \u00f6ffentliche Arbeitgeber schnell teuer werden k\u00f6nnen. \u00a0 Der Sachverhalt \u00a0 Der beklagte Landkreis hatte im November 2017 \u00fcber die Jobb\u00f6rse der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit die Stelle eines\/einer Amtsleiters\/in f\u00fcr das Rechts- und Kommunalamt ausgeschrieben. Gesucht wurde unter anderem ein Volljurist oder Masterabsolvent mit mehrj\u00e4hriger einschl\u00e4giger Berufser- und F\u00fchrungserfahrung im kommunalen Bereich. Der Kl\u00e4ger, ein mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 schwerbehinderter Jurist, bewarb sich fristgerecht im November 2017 und wies in den Unterlagen ausdr\u00fccklich auf seine Schwerbehinderung hin. Der Landkreis lehnte die Bewerbung im April 2018 ab, ohne den Kl\u00e4ger zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen zu haben. Der Kl\u00e4ger erhob daraufhin form- und fristgerecht R\u00fcge nach \u00a7 13 AGG und machte einen Entsch\u00e4digungsanspruch geltend. W\u00e4hrend das Arbeitsgericht Dresden und das S\u00e4chsische Landesarbeitsgericht die Klage noch abgewiesen hatten \u2013 unter anderem mit der Begr\u00fcndung, dem Kl\u00e4ger habe ohnehin die erforderliche F\u00fchrungserfahrung gefehlt \u2013, gab das BAG dem Kl\u00e4ger vollumf\u00e4nglich Recht. \u00a0 Die wesentlichen Entscheidungsgr\u00fcnde im konkreten Fall \u00a0 Versto\u00df gegen die spezialgesetzliche Meldepflicht (\u00a7 165 SGB IX): \u00d6ffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, frei werdende oder neu zu besetzende Arbeitspl\u00e4tze fr\u00fchzeitig nach einer erfolglosen internen Pr\u00fcfung der Agentur f\u00fcr Arbeit zu melden. Das BAG stellte klar, dass die blo\u00dfe Ver\u00f6ffentlichung eines Stellenangebots \u00fcber die Jobb\u00f6rse der Agentur f\u00fcr Arbeit hierf\u00fcr nicht ausreicht. Erforderlich ist vielmehr ein echter Vermittlungsauftrag an die nach \u00a7 187 Abs. 4 SGB IX eingerichteten besonderen Stellen unter \u00dcbermittlung aller f\u00fcr einen qualifizierten Vermittlungsvorschlag notwendigen Daten. Da der Landkreis dies unterlassen hatte, lag ein objektiver Gesetzesversto\u00df vor. Greifen der Benachteiligungsvermutung (\u00a7 22 AGG): Dieser Meldeversto\u00df begr\u00fcndete im konkreten Fall die gesetzliche Vermutung, dass der Kl\u00e4ger wegen seiner Schwerbehinderung benachteiligt wurde. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung erweckt ein Arbeitgeber, der die Beteiligungs- und Meldevorschriften f\u00fcr schwerbehinderte Menschen missachtet, den objektiv rechtfertigungsbed\u00fcrftigen Anschein, an der Besch\u00e4ftigung schwerbehinderter Menschen kein echtes Interesse zu haben und potenziellen Bewerbern aus dem Weg gehen zu wollen. Unerheblichkeit der fachlichen Eignung f\u00fcr die Meldeverpflichtung: Der Einwand des Landkreises, dem Kl\u00e4ger habe wegen fehlender F\u00fchrungserfahrung ohnehin die fachliche Eignung gefehlt, griff vor Gericht nicht durch. Das BAG stellte klar: Zwar kann eine offensichtliche Nichteignung den \u00f6ffentlichen Arbeitgeber von der Pflicht entbinden, den schwerbehinderten Bewerber zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch einzuladen (\u00a7 165 Satz 3 und 4 SGB IX). Auf die vorgelagerte, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon bestehende Meldeverpflichtung an die Agentur f\u00fcr Arbeit hat die fachliche Eignung des konkreten Bewerbers jedoch absolut keinen Einfluss. Der Versto\u00df gegen die Meldeverpflichtung bleibt bestehen, unabh\u00e4ngig davon, ob der Bewerber letztlich f\u00fcr die Stelle geeignet gewesen w\u00e4re oder nicht. Unzureichende Entlastung durch den Arbeitgeber: Da der Landkreis die Vermutung der Diskriminierung im Prozess nicht durch den geforderten Vollbeweis entkr\u00e4ften konnte (also nicht nachweisen konnte, dass ausschlie\u00dflich andere, diskriminierungsfreie Gr\u00fcnde urs\u00e4chlich waren), stand dem Kl\u00e4ger der geltend gemachte Entsch\u00e4digungsanspruch zu. Bemessung der Entsch\u00e4digung: Das BAG bezifferte die angemessene Entsch\u00e4digung f\u00fcr den erlittenen immateriellen Schaden auf 1,5 Bruttomonatsverdienste (gemessen an der ausgeschriebenen Stelle nach Entgeltgruppe E 15 TV\u00f6D\/VKA), mithin auf 6.864,00 Euro. Dies sei erforderlich und ausreichend, um die unionsrechtlich gebotene abschreckende Wirkung bei Diskriminierungen im Berufsleben zu entfalten.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Mit Urteil hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) der Revision eines schwerbehinderten Juristen stattgegeben und einen beklagten Landkreis zur Zahlung einer Entsch\u00e4digung nach \u00a7 15 Abs. 2 AGG in H\u00f6he von 6.864,00 Euro verurteilt<span style=\"color: #0500a8;\"><strong> <a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.bundesarbeitsgericht.de\/entscheidung\/8-azr-313-20\/\">(Urteil vom 11. M\u00e4rz 2020 \u2013 8 AZR 414\/18)<\/a>.<\/strong><\/span> Die Entscheidung verdeutlicht, dass formale Fehler im Stellenbesetzungsverfahren \u2013 insbesondere bei der Einschaltung der Agentur f\u00fcr Arbeit \u2013 f\u00fcr \u00f6ffentliche Arbeitgeber schnell teuer werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Der Sachverhalt<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der beklagte Landkreis hatte im November 2017 \u00fcber die Jobb\u00f6rse der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit die Stelle eines\/einer Amtsleiters\/in f\u00fcr das Rechts- und Kommunalamt ausgeschrieben. Gesucht wurde unter anderem ein Volljurist oder Masterabsolvent mit mehrj\u00e4hriger einschl\u00e4giger Berufser- und F\u00fchrungserfahrung im kommunalen Bereich.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Kl\u00e4ger, ein mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 schwerbehinderter Jurist, bewarb sich fristgerecht im November 2017 und wies in den Unterlagen ausdr\u00fccklich auf seine Schwerbehinderung hin. Der Landkreis lehnte die Bewerbung im April 2018 ab, ohne den Kl\u00e4ger zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen zu haben. Der Kl\u00e4ger erhob daraufhin form- und fristgerecht R\u00fcge nach \u00a7 13 AGG und machte einen Entsch\u00e4digungsanspruch geltend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">W\u00e4hrend das Arbeitsgericht Dresden und das S\u00e4chsische Landesarbeitsgericht die Klage noch abgewiesen hatten \u2013 unter anderem mit der Begr\u00fcndung, dem Kl\u00e4ger habe ohnehin die erforderliche F\u00fchrungserfahrung gefehlt \u2013, gab das BAG dem Kl\u00e4ger vollumf\u00e4nglich Recht.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Die wesentlichen Entscheidungsgr\u00fcnde im konkreten Fall<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Versto\u00df gegen die spezialgesetzliche Meldepflicht<span style=\"color: #0500a8;\"> (<a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_9_2018\/__165.html\">\u00a7 165 SGB IX<\/a>)<\/span>:<\/strong><\/span> \u00d6ffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, frei werdende oder neu zu besetzende Arbeitspl\u00e4tze <em>fr\u00fchzeitig<\/em> nach einer erfolglosen internen Pr\u00fcfung der Agentur f\u00fcr Arbeit zu melden. Das BAG stellte klar, dass die <span style=\"color: #080060;\"><strong>blo\u00dfe Ver\u00f6ffentlichung eines Stellenangebots \u00fcber die Jobb\u00f6rse<\/strong><\/span> der Agentur f\u00fcr Arbeit hierf\u00fcr <span style=\"color: #080060;\"><strong>nicht ausreicht<\/strong>.<\/span> Erforderlich ist vielmehr ein echter Vermittlungsauftrag an die nach \u00a7 187 Abs. 4 SGB IX eingerichteten besonderen Stellen unter \u00dcbermittlung aller f\u00fcr einen qualifizierten Vermittlungsvorschlag notwendigen Daten. Da der Landkreis dies unterlassen hatte, lag ein objektiver Gesetzesversto\u00df vor.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Greifen der Benachteiligungsvermutung<span style=\"color: #0500a8;\"> (<a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/agg\/__22.html\">\u00a7 22 AGG)<\/a><\/span>:<\/strong><\/span> Dieser Meldeversto\u00df begr\u00fcndete im konkreten Fall die gesetzliche Vermutung, dass der Kl\u00e4ger wegen seiner Schwerbehinderung benachteiligt wurde. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung erweckt ein Arbeitgeber, der die Beteiligungs- und Meldevorschriften f\u00fcr schwerbehinderte Menschen missachtet, den objektiv rechtfertigungsbed\u00fcrftigen Anschein, an der Besch\u00e4ftigung schwerbehinderter Menschen kein echtes Interesse zu haben und potenziellen Bewerbern aus dem Weg gehen zu wollen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Unerheblichkeit der fachlichen Eignung f\u00fcr die Meldeverpflichtung:<\/strong><\/span> Der Einwand des Landkreises, dem Kl\u00e4ger habe wegen fehlender F\u00fchrungserfahrung ohnehin die fachliche Eignung gefehlt, griff vor Gericht nicht durch. Das BAG stellte klar: Zwar kann eine <em>offensichtliche<\/em> Nichteignung den \u00f6ffentlichen Arbeitgeber von der Pflicht entbinden, den schwerbehinderten Bewerber zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch einzuladen (\u00a7 165 Satz 3 und 4 SGB IX). Auf die vorgelagerte, v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon bestehende <span style=\"color: #080060;\"><strong>Meldeverpflichtung an die Agentur f\u00fcr Arbeit<\/strong><\/span> hat die fachliche Eignung des konkreten Bewerbers jedoch <span style=\"color: #080060;\"><strong>absolut keinen Einfluss<\/strong>.<\/span> Der Versto\u00df gegen die Meldeverpflichtung bleibt bestehen, unabh\u00e4ngig davon, ob der Bewerber letztlich f\u00fcr die Stelle geeignet gewesen w\u00e4re oder nicht.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Unzureichende Entlastung durch den Arbeitgeber:<\/strong> <\/span>Da der Landkreis die Vermutung der Diskriminierung im Prozess nicht durch den geforderten Vollbeweis entkr\u00e4ften konnte (also nicht nachweisen konnte, dass ausschlie\u00dflich andere, diskriminierungsfreie Gr\u00fcnde urs\u00e4chlich waren), stand dem Kl\u00e4ger der geltend gemachte Entsch\u00e4digungsanspruch zu.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Bemessung der Entsch\u00e4digung:<\/strong><\/span> Das BAG bezifferte die angemessene Entsch\u00e4digung f\u00fcr den erlittenen immateriellen Schaden auf <span style=\"color: #080060;\"><strong>1,5 Bruttomonatsverdienste<\/strong><\/span> (gemessen an der ausgeschriebenen Stelle nach Entgeltgruppe E 15 TV\u00f6D\/VKA), mithin auf 6.864,00 Euro. Dies sei erforderlich und ausreichend, um die unionsrechtlich gebotene abschreckende Wirkung bei Diskriminierungen im Berufsleben zu entfalten.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Schwerbehinderung im Lichte des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet in Verbindung mit dem Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) jegliche Benachteiligung schwerbehinderter Menschen im Berufsleben. Im Detail ergeben sich daraus f\u00fcr schwerbehinderte Bewerber und Besch\u00e4ftigte folgende zentrale Rechte und Schutzmechanismen: \u00a0 Umfassendes Benachteiligungsverbot (\u00a7 7 Abs. 1 AGG i.V.m. \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX) \u00a0 Arbeitgeber d\u00fcrfen schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen wegen ihrer Behinderung weder bei der Begr\u00fcndung eines Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses, beim Aufstieg, bei Entgelt, freiwilligen sozialen Leistungen oder Fortbildungen noch bei den Arbeitsbedingungen oder der K\u00fcndigung benachteiligen. Dieses Verbot umfasst sowohl unmittelbare als auch mittelbare Benachteiligungen. \u00a0 Recht auf schadensersatz- und entsch\u00e4digungsfreie Rechtedurchsetzung (\u00a7 15 AGG) \u00a0 Bei einem Versto\u00df gegen das Benachteiligungsverbot haben Betroffene einen Anspruch auf Ersatz des entstandenen materiellen Schadens sowie eine angemessene Entsch\u00e4digung in Geld f\u00fcr den immateriellen Schaden (Schmerzensgeldcharakter). Bei einer Nichteinstellung ist dieser Anspruch \u2013 vorbehaltlich der Kappungsgrenzen bei ohnehin aussichtslosen Bewerbungen \u2013 auf bis zu drei Monatsgeh\u00e4lter bemessen. \u00a0 Anspruch auf diskriminierungsfreie Beschwerdebearbeitung (\u00a7 13 AGG) \u00a0 Besch\u00e4ftigte haben das Recht, sich bei den zust\u00e4ndigen Stellen des Betriebs oder der Beh\u00f6rde zu beschweren, wenn sie sich benachteiligt f\u00fchlen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Beschwerden zu pr\u00fcfen und Abhilfe zu schaffen. \u00a0 Schutz vor Benachteiligung durch Ma\u00dfregelungen (\u00a7 16 AGG) \u00a0 Arbeitgeber d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte nicht benachteiligen oder ma\u00dfregeln, weil sie ihre Rechte nach dem AGG in Anspruch genommen, sich beschwert oder Zeugnis abgelegt haben. \u00a0 Beweislastserleichterung im Streitfall (\u00a7 22 AGG) \u00a0 Im Falle eines Gerichtsprozesses gen\u00fcgt es, wenn der schwerbehinderte Bewerber oder Arbeitnehmer Indizien vortr\u00e4gt, die eine Benachteiligung wegen der Behinderung vermuten lassen. Die Beweislast kehrt sich daraufhin um: Der Arbeitgeber muss im Wege des Vollbeweises l\u00fcckenlos nachweisen, dass der Ausschluss oder die Benachteiligung ausschlie\u00dflich auf anderen, nicht diskriminierenden Gr\u00fcnden beruhte. \u00a0 Verfahrens- und F\u00f6rderrechte (\u00fcber \u00a7 164 ff. SGB IX, die \u00fcber \u00a7 164 Abs. 2 Satz 2 SGB IX eng mit dem AGG verkn\u00fcpft sind) \u00a0 Dazu geh\u00f6ren unter anderem der Anspruch \u00f6ffentlicher Arbeitgeber auf fr\u00fchzeitige Meldung freier Stellen an die Agentur f\u00fcr Arbeit, die unmittelbare Unterrichtung der Schwerbehindertenvertretung (SBV) und des Personalrats sowie bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen der Anspruch auf Einladung zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch. Verletzt der Arbeitgeber diese verfahrensrechtlichen Schutzmechanismen, wird regelm\u00e4ssig die Vermutung einer AGG-Diskriminierung begr\u00fcndet.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet in Verbindung mit dem Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) jegliche Benachteiligung schwerbehinderter Menschen im Berufsleben. Im Detail ergeben sich daraus f\u00fcr schwerbehinderte Bewerber und Besch\u00e4ftigte folgende zentrale Rechte und Schutzmechanismen:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\">Umfassendes Benachteiligungsverbot (\u00a7 7 Abs. 1 AGG i.V.m. \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Arbeitgeber d\u00fcrfen schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Menschen wegen ihrer Behinderung weder bei der Begr\u00fcndung eines Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisses, beim Aufstieg, bei Entgelt, freiwilligen sozialen Leistungen oder Fortbildungen noch bei den Arbeitsbedingungen oder der K\u00fcndigung benachteiligen. Dieses Verbot umfasst sowohl unmittelbare als auch mittelbare Benachteiligungen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\">Recht auf schadensersatz- und entsch\u00e4digungsfreie Rechtedurchsetzung <a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/agg\/__15.html\">(\u00a7 15 AGG<\/a>)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei einem Versto\u00df gegen das Benachteiligungsverbot haben Betroffene einen Anspruch auf Ersatz des entstandenen materiellen Schadens sowie eine angemessene Entsch\u00e4digung in Geld f\u00fcr den immateriellen Schaden (Schmerzensgeldcharakter). Bei einer Nichteinstellung ist dieser Anspruch \u2013 vorbehaltlich der Kappungsgrenzen bei ohnehin aussichtslosen Bewerbungen \u2013 auf bis zu drei Monatsgeh\u00e4lter bemessen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Anspruch auf diskriminierungsfreie Beschwerdebearbeitung (<a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/agg\/__13.html\">\u00a7 13 AGG<\/a>)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Besch\u00e4ftigte haben das Recht, sich bei den zust\u00e4ndigen Stellen des Betriebs oder der Beh\u00f6rde zu beschweren, wenn sie sich benachteiligt f\u00fchlen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese Beschwerden zu pr\u00fcfen und Abhilfe zu schaffen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Schutz vor Benachteiligung durch Ma\u00dfregelungen <a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/agg\/__16.html\">(\u00a7 16 AGG<\/a>)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Arbeitgeber d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte nicht benachteiligen oder ma\u00dfregeln, weil sie ihre Rechte nach dem AGG in Anspruch genommen, sich beschwert oder Zeugnis abgelegt haben.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Beweislastserleichterung im Streitfall (<a style=\"color: #0500a8;\" href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/agg\/__22.html\">\u00a7 22 AGG<\/a>)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Im Falle eines Gerichtsprozesses gen\u00fcgt es, wenn der schwerbehinderte Bewerber oder Arbeitnehmer Indizien vortr\u00e4gt, die eine Benachteiligung wegen der Behinderung vermuten lassen. Die Beweislast kehrt sich daraufhin um: Der Arbeitgeber muss im Wege des Vollbeweises l\u00fcckenlos nachweisen, dass der Ausschluss oder die Benachteiligung ausschlie\u00dflich auf anderen, nicht diskriminierenden Gr\u00fcnden beruhte.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Verfahrens- und F\u00f6rderrechte (\u00fcber \u00a7 164 ff. SGB IX, die \u00fcber \u00a7 164 Abs. 2 Satz 2 SGB IX eng mit dem AGG verkn\u00fcpft sind)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Dazu geh\u00f6ren unter anderem der Anspruch \u00f6ffentlicher Arbeitgeber auf fr\u00fchzeitige Meldung freier Stellen an die Agentur f\u00fcr Arbeit, die unmittelbare Unterrichtung der Schwerbehindertenvertretung (SBV) und des Personalrats sowie bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen der Anspruch auf Einladung zu einem Vorstellungsgespr\u00e4ch. Verletzt der Arbeitgeber diese verfahrensrechtlichen Schutzmechanismen, wird regelm\u00e4ssig die Vermutung einer AGG-Diskriminierung begr\u00fcndet.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Beweislastserleichterung im Streitfall (\u00a7 22 AGG)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Die Beweislastregelung nach \u00a7 22 AGG ist in der Praxis einer der sch\u00e4rfsten Hebel f\u00fcr Arbeitnehmer, um Diskriminierungsanspr\u00fcche erfolgreich durchzusetzen. Im klassischen Zivilrecht gilt grunds\u00e4tzlich das Prinzip: Wer etwas fordert, muss es auch beweisen. Im Antiskriminierungsrecht ist das anders, weil Diskriminierung oft verdeckt, subtil oder im gesch\u00fctzten Raum von Personalentscheidungen stattfindet und Betroffene ohne die Unterlagen des Arbeitgebers v\u00f6llig chancenlos w\u00e4ren. Das zweistufige Pr\u00fcfungsmodell, die Anforderungen an Indizien sowie die Wirkungsweise der Norm gliedern sich in folgende Kernbereiche: \u00a0 Das zweistufige Beweisschema (\u00a7 22 Satz 1 &amp; 2 AGG) \u00a0 Das Gesetz bricht mit der klassischen Beweislastverteilung durch ein System der abgestuften Darlegungs- und Beweislast: Stufe 1 (Die Indizienlast des Arbeitnehmers): Die betroffene Person muss im Streitfall Indizien vortragen und im Bestreitensfall beweisen, die eine Benachteiligung vermuten lassen. Das Gesetz verlangt hierbei keinen Vollbeweis, sondern eine \u00fcberwiegende Wahrscheinlichkeit oder eine Gesamtschau von Anhaltspunkten, die f\u00fcr eine Diskriminierung sprechen. Stufe 2 (Die Rechtfertigungslast des Arbeitgebers): Sobald solche Indizien im Raum stehen, schwenkt die Beweislast vollst\u00e4ndig auf den Arbeitgeber um. Dieser muss nun l\u00fcckenlos beweisen, dass kein Versto\u00df gegen die Benachteiligungsverbote vorlag. Er muss nachweisen, dass die Entscheidung ausschlie\u00dflich auf sachlichen, von jedem gesch\u00fctzten Merkmal (wie Behinderung, Geschlecht oder Alter) v\u00f6llig freien Gr\u00fcnden beruhte. \u00a0 Typische Indizien in der gerichtlichen Praxis \u00a0 Was genau als \u201eIndiz\u201c ausreicht, das eine Benachteiligung vermuten l\u00e4sst, f\u00fcllt die Arbeitsgerichtsbarkeit st\u00e4ndig aus. H\u00e4ufige Fallgruppen sind: Typische \u00c4u\u00dferungen oder E-Mails: Bemerkungen im Vorstellungsgespr\u00e4ch oder in internen Nachrichten (z. B. Zweifel an der Belastbarkeit wegen einer Behinderung oder Fragen nach anstehenden Familienplanungen). Verfahrensfehler bei Bewerbungen: Die nachweisliche Missachtung gesetzlicher Vorgaben. Bei schwerbehinderten Menschen begr\u00fcndet beispielsweise schon die Nicht-Einladung zum Vorstellungsgespr\u00e4ch durch den \u00f6ffentlichen Arbeitgeber (oder bei privaten Arbeitgebern unter bestimmten Voraussetzungen) regelm\u00e4\u00dfig die tats\u00e4chliche Vermutung, dass wegen der Behinderung benachteiligt wurde. Zeitlicher Zusammenhang: Wenn eine negative berufliche Ma\u00dfnahme (z. B. eine Abmahnung, eine Versetzung oder der Entzug von Aufgaben) unmittelbar nach einer Beschwerde nach \u00a7 13 AGG oder einer schriftlichen Geltendmachung von Anspr\u00fcchen erfolgt. Statistische Auff\u00e4lligkeiten: Wenn bei strukturellen Entscheidungen (z. B. Entlassungswellen oder Bef\u00f6rderungsrunden) \u00fcberproportional oft bestimmte gesch\u00fctzte Gruppen getroffen werden. Abweichung von internen Standards: Wenn das Unternehmen von seinen eigenen, sonst \u00fcblichen transparenten Beurteilungs- oder Auswahlkriterien ohne nachvollziehbaren Grund abweicht. \u00a0 Die H\u00fcrden f\u00fcr den Arbeitgeber auf Stufe 2 \u00a0 Gelingt es dem Arbeitnehmer, hinreichende Indizien vorzulegen, reicht es f\u00fcr den Arbeitgeber nicht aus, lediglich zu behaupten, er habe \u201enach bestem Wissen und Gewissen\u201c gehandelt. Voller Nachweis erforderlich: Der Arbeitgeber muss den Gegenbeweis antreten und objektiv nachvollziehbar belegen, dass die sachlichen Gr\u00fcnde so schwerwiegend waren, dass sie die Entscheidung zwingend getragen haben. Gefahr von \u201eVerschleppungen\u201c: Kann der Arbeitgeber beispielsweise f\u00fcr eine Ablehnung im Bewerbungsverfahren keine l\u00fcckenlose Dokumentation oder objektive Bestenauslese vorlegen, verliert er den Prozess vor dem Arbeitsgericht regelm\u00e4\u00dfig und muss Schadensersatz oder Entsch\u00e4digung nach \u00a7 15 AGG zahlen.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Beweislastregelung nach <span style=\"color: #080060;\"><strong>\u00a7 22 AGG<\/strong> <\/span>ist in der Praxis einer der sch\u00e4rfsten Hebel f\u00fcr Arbeitnehmer, um Diskriminierungsanspr\u00fcche erfolgreich durchzusetzen. Im klassischen Zivilrecht gilt grunds\u00e4tzlich das Prinzip: Wer etwas fordert, muss es auch beweisen. Im Antiskriminierungsrecht ist das anders, weil Diskriminierung oft verdeckt, subtil oder im gesch\u00fctzten Raum von Personalentscheidungen stattfindet und Betroffene ohne die Unterlagen des Arbeitgebers v\u00f6llig chancenlos w\u00e4ren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das zweistufige Pr\u00fcfungsmodell, die Anforderungen an Indizien sowie die Wirkungsweise der Norm gliedern sich in folgende Kernbereiche:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Das zweistufige Beweisschema (\u00a7 22 Satz 1 &amp; 2 AGG)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Gesetz bricht mit der klassischen Beweislastverteilung durch ein System der abgestuften Darlegungs- und Beweislast:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Stufe 1 (Die Indizienlast des Arbeitnehmers):<\/strong><\/span> Die betroffene Person muss im Streitfall Indizien vortragen und im Bestreitensfall beweisen, die eine <span style=\"color: #080060;\"><strong>Benachteiligung vermuten<\/strong><\/span> lassen. Das Gesetz verlangt hierbei keinen Vollbeweis, sondern eine \u00fcberwiegende Wahrscheinlichkeit oder eine Gesamtschau von Anhaltspunkten, die f\u00fcr eine Diskriminierung sprechen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Stufe 2 (Die Rechtfertigungslast des Arbeitgebers):<\/strong><\/span> Sobald solche Indizien im Raum stehen, <span style=\"color: #080060;\"><strong>schwenkt die Beweislast vollst\u00e4ndig auf den Arbeitgeber um<\/strong>.<\/span> Dieser muss nun l\u00fcckenlos beweisen, dass kein Versto\u00df gegen die Benachteiligungsverbote vorlag. Er muss nachweisen, dass die Entscheidung ausschlie\u00dflich auf sachlichen, von jedem gesch\u00fctzten Merkmal (wie Behinderung, Geschlecht oder Alter) v\u00f6llig freien Gr\u00fcnden beruhte.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Typische Indizien in der gerichtlichen Praxis<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Was genau als \u201eIndiz\u201c ausreicht, das eine Benachteiligung vermuten l\u00e4sst, f\u00fcllt die Arbeitsgerichtsbarkeit st\u00e4ndig aus. H\u00e4ufige Fallgruppen sind:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Typische \u00c4u\u00dferungen oder E-Mails:<\/strong><\/span> Bemerkungen im Vorstellungsgespr\u00e4ch oder in internen Nachrichten (z. B. Zweifel an der Belastbarkeit wegen einer Behinderung oder Fragen nach anstehenden Familienplanungen).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Verfahrensfehler bei Bewerbungen:<\/strong><\/span> Die nachweisliche Missachtung gesetzlicher Vorgaben. Bei schwerbehinderten Menschen begr\u00fcndet beispielsweise schon die <span style=\"color: #080060;\"><strong>Nicht-Einladung zum Vorstellungsgespr\u00e4ch<\/strong> <\/span>durch den \u00f6ffentlichen Arbeitgeber (oder bei privaten Arbeitgebern unter bestimmten Voraussetzungen) regelm\u00e4\u00dfig die tats\u00e4chliche Vermutung, dass wegen der Behinderung benachteiligt wurde.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Zeitlicher Zusammenhang:<\/strong><\/span> Wenn eine negative berufliche Ma\u00dfnahme (z. B. eine Abmahnung, eine Versetzung oder der Entzug von Aufgaben) unmittelbar nach einer Beschwerde nach \u00a7 13 AGG oder einer schriftlichen Geltendmachung von Anspr\u00fcchen erfolgt.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Statistische Auff\u00e4lligkeiten:<\/strong><\/span> Wenn bei strukturellen Entscheidungen (z. B. Entlassungswellen oder Bef\u00f6rderungsrunden) \u00fcberproportional oft bestimmte gesch\u00fctzte Gruppen getroffen werden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Abweichung von internen Standards:<\/strong><\/span> Wenn das Unternehmen von seinen eigenen, sonst \u00fcblichen transparenten Beurteilungs- oder Auswahlkriterien ohne nachvollziehbaren Grund abweicht.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die H\u00fcrden f\u00fcr den Arbeitgeber auf Stufe 2<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Gelingt es dem Arbeitnehmer, hinreichende Indizien vorzulegen, reicht es f\u00fcr den Arbeitgeber nicht aus, lediglich zu behaupten, er habe \u201enach bestem Wissen und Gewissen\u201c gehandelt.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Voller Nachweis erforderlich:<\/strong><\/span> Der Arbeitgeber muss den Gegenbeweis antreten und objektiv nachvollziehbar belegen, dass die sachlichen Gr\u00fcnde so schwerwiegend waren, dass sie die Entscheidung zwingend getragen haben.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Gefahr von \u201eVerschleppungen\u201c:<\/strong><\/span> Kann der Arbeitgeber beispielsweise f\u00fcr eine Ablehnung im Bewerbungsverfahren keine l\u00fcckenlose Dokumentation oder objektive Bestenauslese vorlegen, verliert er den Prozess vor dem Arbeitsgericht regelm\u00e4\u00dfig und muss Schadensersatz oder Entsch\u00e4digung nach \u00a7 15 AGG zahlen.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Umssfassendes Benachteiligungsverbot (\u00a7 7 Abs. 1 AGG i.V.m. \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Der Schutz von schwerbehinderten und diesen gleichgestellten Besch\u00e4ftigten im Arbeitsleben wird durch eine Kombination aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und dem Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) besonders stark abgesichert. Das sogenannte umfassende Benachteiligungsverbot verkn\u00fcpft dabei die allgemeinen Schutzregeln des AGG mit den speziellen F\u00fcrsorge- und Teilhabepflichten des SGB IX. Das Zusammenspiel und die Bedeutung dieser Vorschriften gliedern sich in folgende Kernbereiche: \u00a0 Die gesetzliche Grundlage \u00a0 \u00a7 7 Abs. 1 AGG: Verbietet Benachteiligungen wegen eines in \u00a7 1 AGG genannten Grundes \u2013 darunter ausdr\u00fccklich auch wegen einer Behinderung. Arbeitgeber d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte weder bei Einstellungen, Aufstiegen, Entlassungen noch bei Arbeits- und Bef\u00f6rderungsbedingungen benachteiligen. \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX: Spezifiziert diesen Schutz f\u00fcr den Bereich der Schwerbehinderung im Arbeitsverh\u00e4ltnis. Arbeitgeber d\u00fcrfen schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte nicht wegen ihrer Behinderung benachteiligen. Zudem stellt Satz 2 klar, dass f\u00fcr K\u00fcndigungen die besonderen Vorschriften des K\u00fcndigungsschutzes (\u00a7\u00a7 168 ff. SGB IX, also die vorherige Zustimmung des Integrationsamtes) unber\u00fchrt bleiben. Durch die Verkn\u00fcpfunng greift das Benachteiligungsverbot auf das gesamte Arbeitsverh\u00e4ltnis von der Bewerbung bis zur Beendigung. \u00a0 Typische Anwendungsbereiche und Beispiele \u00a0 Bei der Einstellung (Bewerbungsverfahren) Wird eine schwerbehinderte Person trotz gleicher Eignung nicht zum Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen oder abgelehnt, begr\u00fcndet dies oft eine Vermutung f\u00fcr eine Benachteiligung nach dem AGG. Beispiel: Ein Arbeitgeber l\u00e4dt aus einer Gruppe von Bewerbern mit identischer Qualifikation alle Personen ein, sortiert den schwerbehinderten Bewerber jedoch pauschal aus, weil er bef\u00fcrchtet, der Arbeitsplatz sei nicht barrierefrei oder der Bewerber oft krankheitsbedingt abwesend. Hier liegt eine unzul\u00e4ssige Benachteiligung wegen der Behinderung vor. Bei Zuweisung von Aufgaben und Bef\u00f6rderungen Schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte haben ein Recht auf diskriminierungsfreie Teilhabe am beruflichen Aufstieg und an der Verteilung von T\u00e4tigkeiten. Beispiel: Ein Arbeitnehmer entwickelt eine Gehbehinderung und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Arbeitgeber entzieht ihm daraufhin stillschweigend die Betreuung von wichtigen Kundenkontakten im Au\u00dfendienst und versetzt ihn auf einen isolierten Arbeitsplatz im Archiv, ohne zu pr\u00fcfen, ob der Au\u00dfendienst mit einfachen organisatorischen Anpassungen m\u00f6glich w\u00e4re. Bei Weiterbildungen und Schulungen Der Ausschluss von internen Fortbildungen oder Karriereprogrammen stellt eine Benachteiligung dar. Beispiel: Ein Unternehmen bietet F\u00fchrungskr\u00e4fte-Seminare an. Ein schwerbehinderter Mitarbeiter wird von der Teilnahme ausgeschlossen mit der Begr\u00fcndung, es lohne sich f\u00fcr die Firma nicht mehr, ihn weiterzubilden, da er aufgrund seiner gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen ohnehin fr\u00fcher in Rente gehen oder h\u00e4ufiger ausfallen k\u00f6nnte. Bei leidensgerechter Besch\u00e4ftigung und Pr\u00e4vention Das SGB IX verlangt vom Arbeitgeber aktiv Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um Besch\u00e4ftigten ein barrierefreies Arbeiten zu erm\u00f6glichen. Das Benachteiligungsverbot verbietet es, notwendige Anpassungen ohne sachlichen Grund zu verweigern. Beispiel: Eine schwerbehinderte Arbeitnehmerin ben\u00f6tigt aufgrund einer Sehbehinderung einen speziellen Gro\u00dfbildschirm und eine ergonomische Software, die von der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit oder dem Integrationsamt sogar voll finanziert w\u00fcrde. Der Arbeitgeber verweigert die Anschaffung mit dem Argument, das koste zu viel Verwaltungsaufwand. Die darauffolgende Benachteiligung bei der Arbeitsleistung entsteht erst durch die Unt\u00e4tigkeit des Arbeitgebers. \u00a0 Rechtliche Folgen bei Verst\u00f6\u00dfen \u00a0 Wird gegen das umfassende Benachteiligungsverbot versto\u00dfen, sieht das Gesetz sp\u00fcrbare Sanktionen vor: Schadensersatz und Entsch\u00e4digung (\u00a7 15 AGG): Betroffene k\u00f6nnen immateriellen Schadensersatz (Schmerzensgeld) wegen der erlittenen Diskriminierung sowie materiellen Schadensersatz (z. B. entgangenes Gehalt bei verhinderter Bef\u00f6rderung) fordern. Beweislastregelung (\u00a7 22 AGG): Im Streitfall gen\u00fcgt es, wenn die betroffene Person Indizien vorlegt, die eine Benachteiligung vermuten lassen. Der Arbeitgeber muss dann l\u00fcckenlos beweisen, dass kein Versto\u00df gegen das Benachteiligungsverbot vorlag, sondern ausschlie\u00dflich sachliche, nicht-diskriminierende Gr\u00fcnde ausschlaggebend waren.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Schutz von schwerbehinderten und diesen gleichgestellten Besch\u00e4ftigten im Arbeitsleben wird durch eine Kombination aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und dem Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) besonders stark abgesichert. Das sogenannte umfassende Benachteiligungsverbot verkn\u00fcpft dabei die allgemeinen Schutzregeln des AGG mit den speziellen F\u00fcrsorge- und Teilhabepflichten des SGB IX.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Zusammenspiel und die Bedeutung dieser Vorschriften gliedern sich in folgende Kernbereiche:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Die gesetzliche Grundlage<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>\u00a7 7 Abs. 1 AGG:<\/strong> <\/span>Verbietet Benachteiligungen wegen eines in \u00a7 1 AGG genannten Grundes \u2013 darunter ausdr\u00fccklich auch wegen einer Behinderung. Arbeitgeber d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte weder bei Einstellungen, Aufstiegen, Entlassungen noch bei Arbeits- und Bef\u00f6rderungsbedingungen benachteiligen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>\u00a7 164 Abs. 2 SGB IX:<\/strong><\/span> Spezifiziert diesen Schutz f\u00fcr den Bereich der Schwerbehinderung im Arbeitsverh\u00e4ltnis. Arbeitgeber d\u00fcrfen schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte nicht wegen ihrer Behinderung benachteiligen. Zudem stellt Satz 2 klar, dass f\u00fcr K\u00fcndigungen die besonderen Vorschriften des K\u00fcndigungsschutzes (\u00a7\u00a7 168 ff. SGB IX, also die vorherige Zustimmung des Integrationsamtes) unber\u00fchrt bleiben.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Durch die Verkn\u00fcpfunng greift das Benachteiligungsverbot auf das gesamte Arbeitsverh\u00e4ltnis von der Bewerbung bis zur Beendigung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Typische Anwendungsbereiche und Beispiele<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #080060;\"><strong> Bei der Einstellung (Bewerbungsverfahren)<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wird eine schwerbehinderte Person trotz gleicher Eignung nicht zum Vorstellungsgespr\u00e4ch eingeladen oder abgelehnt, begr\u00fcndet dies oft eine Vermutung f\u00fcr eine Benachteiligung nach dem AGG.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beispiel:<\/strong><\/span> Ein Arbeitgeber l\u00e4dt aus einer Gruppe von Bewerbern mit identischer Qualifikation alle Personen ein, sortiert den schwerbehinderten Bewerber jedoch pauschal aus, weil er bef\u00fcrchtet, der Arbeitsplatz sei nicht barrierefrei oder der Bewerber oft krankheitsbedingt abwesend. Hier liegt eine unzul\u00e4ssige Benachteiligung wegen der Behinderung vor.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"2\">\n<li><span style=\"color: #080060;\"><strong> Bei Zuweisung von Aufgaben und Bef\u00f6rderungen<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte haben ein Recht auf diskriminierungsfreie Teilhabe am beruflichen Aufstieg und an der Verteilung von T\u00e4tigkeiten.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beispiel:<\/strong><\/span> Ein Arbeitnehmer entwickelt eine Gehbehinderung und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Der Arbeitgeber entzieht ihm daraufhin stillschweigend die Betreuung von wichtigen Kundenkontakten im Au\u00dfendienst und versetzt ihn auf einen isolierten Arbeitsplatz im Archiv, ohne zu pr\u00fcfen, ob der Au\u00dfendienst mit einfachen organisatorischen Anpassungen m\u00f6glich w\u00e4re.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"3\">\n<li><span style=\"color: #080060;\"><strong> Bei Weiterbildungen und Schulungen<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Ausschluss von internen Fortbildungen oder Karriereprogrammen stellt eine Benachteiligung dar.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beispiel:<\/strong> <\/span>Ein Unternehmen bietet F\u00fchrungskr\u00e4fte-Seminare an. Ein schwerbehinderter Mitarbeiter wird von der Teilnahme ausgeschlossen mit der Begr\u00fcndung, es lohne sich f\u00fcr die Firma nicht mehr, ihn weiterzubilden, da er aufgrund seiner gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen ohnehin fr\u00fcher in Rente gehen oder h\u00e4ufiger ausfallen k\u00f6nnte.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ol style=\"text-align: justify;\" start=\"4\">\n<li><span style=\"color: #080060;\"><strong> Bei leidensgerechter Besch\u00e4ftigung und Pr\u00e4vention<\/strong><\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das SGB IX verlangt vom Arbeitgeber aktiv Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um Besch\u00e4ftigten ein barrierefreies Arbeiten zu erm\u00f6glichen. Das Benachteiligungsverbot verbietet es, notwendige Anpassungen ohne sachlichen Grund zu verweigern.<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beispiel:<\/strong><\/span> Eine schwerbehinderte Arbeitnehmerin ben\u00f6tigt aufgrund einer Sehbehinderung einen speziellen Gro\u00dfbildschirm und eine ergonomische Software, die von der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit oder dem Integrationsamt sogar voll finanziert w\u00fcrde. Der Arbeitgeber verweigert die Anschaffung mit dem Argument, das koste zu viel Verwaltungsaufwand. Die darauffolgende Benachteiligung bei der Arbeitsleistung entsteht erst durch die Unt\u00e4tigkeit des Arbeitgebers.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Rechtliche Folgen bei Verst\u00f6\u00dfen<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wird gegen das umfassende Benachteiligungsverbot versto\u00dfen, sieht das Gesetz sp\u00fcrbare Sanktionen vor:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Schadensersatz und Entsch\u00e4digung (\u00a7 15 AGG):<\/strong><\/span> Betroffene k\u00f6nnen immateriellen Schadensersatz (Schmerzensgeld) wegen der erlittenen Diskriminierung sowie materiellen Schadensersatz (z. B. entgangenes Gehalt bei verhinderter Bef\u00f6rderung) fordern.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beweislastregelung (\u00a7 22 AGG):<\/strong><\/span> Im Streitfall gen\u00fcgt es, wenn die betroffene Person Indizien vorlegt, die eine Benachteiligung vermuten lassen. Der Arbeitgeber muss dann l\u00fcckenlos beweisen, dass kein Versto\u00df gegen das Benachteiligungsverbot vorlag, sondern ausschlie\u00dflich sachliche, nicht-diskriminierende Gr\u00fcnde ausschlaggebend waren.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Recht auf schadensersatz- und entsch\u00e4digungsfreie Rechtedurchsetzung (\u00a7 15 AGG)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Der \u00a7 15 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) bildet das zentrale Sanktions- und Durchsetzungsinstrument des Antidiskriminierungsrechts im Arbeitsleben. Er sanktioniert Verst\u00f6\u00dfe gegen das Benachteiligungsverbot (wie es beispielsweise auch in Kombination mit \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX f\u00fcr schwerbehinderte Menschen gilt) durch finanzielle Ausgleichs- und Abschreckungsmechanismen. Die Struktur, die Differenzierung zwischen den Anspruchsarten sowie die wesentlichen Mechanismen der Geltendmachung stellen sich wie folgt dar: \u00a0 Die zwei S\u00e4ulen des \u00a7 15 AGG \u00a0 Materieller Schadensersatz (\u00a7 15 Abs. 1 AGG) Inhalt: Ersetzt den konkreten, in Geld messbaren Verm\u00f6gensschaden. Voraussetzung: Der Arbeitgeber muss den Pflichtversto\u00df verschuldet haben (Vorsatz oder Fahrl\u00e4ssigkeit, \u00a7 276 BGB). Das Verhalten von F\u00fchrungskr\u00e4ften oder Personalverantwortlichen wird dem Arbeitgeber dabei direkt zugerechnet. Beispiel: Eine schwerbehinderte Person wird nachweislich wegen ihrer Behinderung bei einer internen Bef\u00f6rderung \u00fcbergangen. Der materielle Schaden besteht in der Differenz zum h\u00f6heren Gehalt der neuen Position ab dem Zeitpunkt, an dem die Bef\u00f6rderung h\u00e4tte erfolgen m\u00fcssen (entgangener Gewinn bzw. Verdienst). Immaterieller Schadensersatz \/ Entsch\u00e4digung (\u201eSchmerzensgeld\u201c, \u00a7 15 Abs. 2 AGG) Inhalt: Gew\u00e4hrt eine angemessene Entsch\u00e4digung in Geld f\u00fcr Sch\u00e4den, die nicht Verm\u00f6genssch\u00e4den sind (gef\u00fchls- oder moraleinbu\u00dfenbezogene Beeintr\u00e4chtigungen, Kr\u00e4nkung, Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts). Voraussetzung: Im Gegensatz zu Abs. 1 ist hier kein Verschulden des Arbeitgebers erforderlich. Allein die objektive Verletzung des Benachteiligungsverbots l\u00f6st den Anspruch aus (Verschuldensunabh\u00e4ngigkeit). Funktion: Die Entsch\u00e4digung hat eine doppelte Funktion: Sie dient dem Ausgleich des erlittenen immateriellen Leids und zugleich der Pr\u00e4vention (abschreckende Wirkung im Sinne des europ\u00e4ischen Unionsrechts). Bemessungskriterien: Die H\u00f6he richtet sich nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls (u. a. Schwere der Diskriminierung, Art des Merkmals, Grad der Dem\u00fctigung, wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit des Arbeitgebers). Bei Bewerbungsdiskriminierungen bewegen sich die zugesprochenen Betr\u00e4ge in der Rechtsprechung h\u00e4ufig im Rahmen von ein bis drei Bruttomonatsgeh\u00e4ltern, k\u00f6nnen bei massiven, schwerwiegenden Verletzungen aber auch deutlich h\u00f6her ausfallen. \u00a0 Das prozessuale Fundament: Beweislastregelung nach \u00a7 22 AGG \u00a0 Die Durchsetzung scheitert in der Praxis oft nicht am materiellen Recht, sondern an der Beweisbarkeit einer Benachteiligung. Hier greift die prozessuale Beweislastlastumkehr des \u00a7 22 AGG: Wenn die betroffene Person im Streitfall Indizien vorlegt, die eine Benachteiligung vermuten lassen (z. B. typische \u00c4u\u00dferungen im Vorstellungsgespr\u00e4ch, abwertende E-Mails, statistische Auff\u00e4lligkeiten oder das Abweichen von transparenten Auswahlstandards), liegt die Last beim Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss daraufhin l\u00fcckenlos beweisen, dass kein Versto\u00df gegen die Benachteiligungsverbote vorlag, sondern die Entscheidung ausschlie\u00dflich auf geschlechts-, behinderungs- oder herkunftsneutralen, sachlichen Gr\u00fcnden beruhte. \u00a0 Durchsetzungsh\u00fcrden und Ausschlussfristen (\u00a7 15 Abs. 4 AGG) \u00a0 Ein entscheidender Stolperstein bei der Geltendmachung ist die strenge gesetzliche Fristenregelung: Die Frist: Anspr\u00fcche nach \u00a7 15 AGG m\u00fcssen innerhalb einer Frist von zwei Monaten schriftlich geltend gemacht werden (\u00a7 15 Abs. 4 AGG). Fr\u00fchstart der Frist: Die Frist beginnt in der Regel ab dem Zeitpunkt, in dem die betroffene Person von der Benachteiligung Kenntnis erlangt (z. B. ab dem Erhalt der Ablehnungsbiografie). Ausnahme \/ Arbeitsvertragliche Ausschlussfristen: Enthalten Tarifvertr\u00e4ge oder Arbeitsvertr\u00e4ge noch k\u00fcrzere Ausschlussfristen (z. B. 3 Monate f\u00fcr alle Anspr\u00fcche aus dem Arbeitsverh\u00e4ltnis), verdr\u00e4ngen diese unter Umst\u00e4nden die gesetzliche Frist, sofern sie wirksam vereinbart sind. Nach erfolgter schriftlicher Geltendmachung muss oft binnen weiterer Fristen Klage beim Arbeitsgericht eingereicht werden.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der \u00a7 15 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) bildet das zentrale Sanktions- und Durchsetzungsinstrument des Antidiskriminierungsrechts im Arbeitsleben. Er sanktioniert Verst\u00f6\u00dfe gegen das Benachteiligungsverbot (wie es beispielsweise auch in Kombination mit \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX f\u00fcr schwerbehinderte Menschen gilt) durch finanzielle Ausgleichs- und Abschreckungsmechanismen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Struktur, die Differenzierung zwischen den Anspruchsarten sowie die wesentlichen Mechanismen der Geltendmachung stellen sich wie folgt dar:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die zwei S\u00e4ulen des \u00a7 15 AGG<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>M<span style=\"color: #080060;\">aterieller Schadensersatz (\u00a7 15 Abs. 1 AGG) <\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Inhalt:<\/strong><\/span> Ersetzt den konkreten, in Geld messbaren Verm\u00f6gensschaden.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Voraussetzung:<\/strong> <\/span>Der Arbeitgeber muss den Pflichtversto\u00df verschuldet haben (Vorsatz oder Fahrl\u00e4ssigkeit, \u00a7 276 BGB). Das Verhalten von F\u00fchrungskr\u00e4ften oder Personalverantwortlichen wird dem Arbeitgeber dabei direkt zugerechnet.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beispiel:<\/strong><\/span> Eine schwerbehinderte Person wird nachweislich wegen ihrer Behinderung bei einer internen Bef\u00f6rderung \u00fcbergangen. Der materielle Schaden besteht in der Differenz zum h\u00f6heren Gehalt der neuen Position ab dem Zeitpunkt, an dem die Bef\u00f6rderung h\u00e4tte erfolgen m\u00fcssen (entgangener Gewinn bzw. Verdienst).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Immaterieller Schadensersatz \/ Entsch\u00e4digung (\u201eSchmerzensgeld\u201c, \u00a7 15 Abs. 2 AGG) <\/strong><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Inhalt:<\/strong><\/span> Gew\u00e4hrt eine angemessene Entsch\u00e4digung in Geld f\u00fcr Sch\u00e4den, die nicht Verm\u00f6genssch\u00e4den sind (gef\u00fchls- oder moraleinbu\u00dfenbezogene Beeintr\u00e4chtigungen, Kr\u00e4nkung, Verletzung des Pers\u00f6nlichkeitsrechts).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Voraussetzung:<\/strong><\/span> Im Gegensatz zu Abs. 1 ist hier <span style=\"color: #080060;\"><strong>kein Verschulden<\/strong><\/span> des Arbeitgebers erforderlich. Allein die objektive Verletzung des Benachteiligungsverbots l\u00f6st den Anspruch aus (Verschuldensunabh\u00e4ngigkeit).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Funktion:<\/strong> <\/span>Die Entsch\u00e4digung hat eine doppelte Funktion: Sie dient dem Ausgleich des erlittenen immateriellen Leids und zugleich der Pr\u00e4vention (abschreckende Wirkung im Sinne des europ\u00e4ischen Unionsrechts).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Bemessungskriterien:<\/strong><\/span> Die H\u00f6he richtet sich nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls (u. a. Schwere der Diskriminierung, Art des Merkmals, Grad der Dem\u00fctigung, wirtschaftliche Leistungsf\u00e4higkeit des Arbeitgebers). Bei Bewerbungsdiskriminierungen bewegen sich die zugesprochenen Betr\u00e4ge in der Rechtsprechung h\u00e4ufig im Rahmen von ein bis drei Bruttomonatsgeh\u00e4ltern, k\u00f6nnen bei massiven, schwerwiegenden Verletzungen aber auch deutlich h\u00f6her ausfallen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Das prozessuale Fundament: Beweislastregelung nach \u00a7 22 AGG<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Durchsetzung scheitert in der Praxis oft nicht am materiellen Recht, sondern an der Beweisbarkeit einer Benachteiligung. Hier greift die prozessuale Beweislastlastumkehr des<span style=\"color: #080060;\"> <strong>\u00a7 22 AGG<\/strong>:<\/span><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">Wenn die betroffene Person im Streitfall <span style=\"color: #080060;\"><strong>Indizien<\/strong><\/span> vorlegt, die eine Benachteiligung vermuten lassen (z. B. typische \u00c4u\u00dferungen im Vorstellungsgespr\u00e4ch, abwertende E-Mails, statistische Auff\u00e4lligkeiten oder das Abweichen von transparenten Auswahlstandards), liegt die Last beim Arbeitgeber.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Der Arbeitgeber muss daraufhin l\u00fcckenlos beweisen, dass<span style=\"color: #080060;\"> <strong>kein Versto\u00df<\/strong> <\/span>gegen die Benachteiligungsverbote vorlag, sondern die Entscheidung ausschlie\u00dflich auf geschlechts-, behinderungs- oder herkunftsneutralen, sachlichen Gr\u00fcnden beruhte.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Durchsetzungsh\u00fcrden und Ausschlussfristen (\u00a7 15 Abs. 4 AGG)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein entscheidender Stolperstein bei der Geltendmachung ist die strenge gesetzliche Fristenregelung:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Die Frist:<\/strong><\/span> Anspr\u00fcche nach \u00a7 15 AGG m\u00fcssen innerhalb einer Frist von <span style=\"color: #080060;\"><strong>zwei Monaten<\/strong><\/span> schriftlich geltend gemacht werden (\u00a7 15 Abs. 4 AGG).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Fr\u00fchstart der Frist:<\/strong><\/span> Die Frist beginnt in der Regel ab dem Zeitpunkt, in dem die betroffene Person von der Benachteiligung Kenntnis erlangt (z. B. ab dem Erhalt der Ablehnungsbiografie).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Ausnahme \/ Arbeitsvertragliche Ausschlussfristen:<\/strong><\/span> Enthalten Tarifvertr\u00e4ge oder Arbeitsvertr\u00e4ge noch k\u00fcrzere Ausschlussfristen (z. B. 3 Monate f\u00fcr alle Anspr\u00fcche aus dem Arbeitsverh\u00e4ltnis), verdr\u00e4ngen diese unter Umst\u00e4nden die gesetzliche Frist, sofern sie wirksam vereinbart sind. Nach erfolgter schriftlicher Geltendmachung muss oft binnen weiterer Fristen Klage beim Arbeitsgericht eingereicht werden.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Anspruch auf diskriminierungsfreie Beschwerdebearbeitung (\u00a7 13 AGG)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Der \u00a7 13 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) etabliert ein verpflichtendes innerbetriebliches Beschwerderecht und verpflichtet Arbeitgeber dazu, eine wirksame Anlaufstelle f\u00fcr Besch\u00e4ftigte zu schaffen, die sich im Arbeitsleben benachteiligt f\u00fchlen. Dieses institutionelle Instrument soll Konflikte m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig auf betrieblicher Ebene l\u00f6sen, bevor sie zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen f\u00fchren. Die gesetzlichen Vorgaben, die konkrete Ausgestaltung und die rechtlichen Konsequenzen gliedern sich in folgende Kernbereiche: \u00a0 Die Pflichten des Arbeitgebers (\u00a7 13 Abs. 1 AGG) \u00a0 Einrichtung einer Beschwerdestelle: Der Arbeitgeber muss im Betrieb eine offizielle Stelle einrichten, an die sich Besch\u00e4ftigte wenden k\u00f6nnen, wenn sie sich wegen eines in \u00a7 1 AGG genannten Grundes (z. B. Behinderung, Geschlecht, Alter, Religion) benachteiligt f\u00fchlen. Flexibilit\u00e4t bei der Umsetzung: Das Gesetz schreibt keine bestimmte Organisationsform vor. In kleineren Betrieben ist das oft die Personalabteilung oder die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen meist eine spezialisierte Antidiskriminierungsstelle, Compliance-Abteilung oder ein Ombudsmann. Auch die Einbindung des Betriebsrats ist \u00fcblich. Pr\u00fcfungspflicht: Die eingerichtete Stelle ist gesetzlich verpflichtet, jede eingehende Beschwerde sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen und dem Beschwerdef\u00fchrer das Ergebnis der Pr\u00fcfung mitzuteilen. \u00a0 Schutz vor Benachteiligung und Ma\u00dfregelungsverbot (\u00a7 16 AGG) \u00a0 Damit Besch\u00e4ftigte das Beschwerderecht ohne Angst vor beruflichen Konsequenzen nutzen k\u00f6nnen, greift im engen Zusammenspiel mit \u00a7 13 AGG das Ma\u00dfregelungsverbot nach \u00a7 16 AGG: Arbeitgeber d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte nicht benachteiligen oder sanktionieren, weil sie ihre Rechte aus dem AGG ausge\u00fcbt haben (z. B. eine Beschwerde eingereicht oder als Zeuge ausgesagt haben). Ma\u00dfnahmen wie eine pl\u00f6tzliche schlechtere Beurteilung, Schikanen oder ungerechtfertigte Versetzungen als Reaktion auf eine AGG-Beschwerde sind unwirksam und l\u00f6sen eigenst\u00e4ndige Schadensersatzanspr\u00fcche aus. \u00a0 Bedeutung in der Praxis und Schnittstelle zu \u00a7 15 AGG \u00a0 Die innerbetriebliche Beschwerde nach \u00a7 13 AGG hat eine erhebliche Bedeutung f\u00fcr die Durchsetzung von Anspr\u00fcchen: Keine starre Pflicht, aber starker Hebel: Die Nutzung der innerbetrieblichen Beschwerdestelle ist in der Regel keine zwingende Voraussetzung (keine Ausschlussfrist), um direkt vor das Arbeitsgericht zu ziehen. Auswirkung auf den Entsch\u00e4digungsanspruch (\u00a7 15 AGG): Reicht ein Arbeitnehmer eine Beschwerde nach \u00a7 13 AGG ein und reagiert der Arbeitgeber monatelang \u00fcberhaupt nicht oder verharmlost den Vorfall, kann dieses arbeitsrechtliche Versagen im sp\u00e4teren gerichtlichen Prozess als Indiz f\u00fcr einen strukturellen Mangel an Diskriminierungsschutz gewertet werden und die H\u00f6he einer immateriellen Entsch\u00e4digung nach \u00a7 15 Abs. 2 AGG sp\u00fcrbar erh\u00f6hen. Arbeitgeber sind \u00fcberdies gut beraten, im Zuge einer Beschwerde nach \u00a7 13 AGG sofortige Abhilfema\u00dfnahmen zu ergreifen (z. B. T\u00e4ter abmahnen, Arbeitsabl\u00e4ufe anpassen), da sie andernfalls f\u00fcr das diskriminierende Verhalten von Vorgesetzten oder Kollegen rechtlich voll einstehen m\u00fcssen.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der \u00a7 13 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) etabliert ein verpflichtendes innerbetriebliches Beschwerderecht und verpflichtet Arbeitgeber dazu, eine wirksame Anlaufstelle f\u00fcr Besch\u00e4ftigte zu schaffen, die sich im Arbeitsleben benachteiligt f\u00fchlen. Dieses institutionelle Instrument soll Konflikte m\u00f6glichst fr\u00fchzeitig auf betrieblicher Ebene l\u00f6sen, bevor sie zu langwierigen gerichtlichen Auseinandersetzungen f\u00fchren.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die gesetzlichen Vorgaben, die konkrete Ausgestaltung und die rechtlichen Konsequenzen gliedern sich in folgende Kernbereiche:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die Pflichten des Arbeitgebers (\u00a7 13 Abs. 1 AGG)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Einrichtung einer Beschwerdestelle:<\/strong><\/span> Der Arbeitgeber muss im Betrieb eine offizielle Stelle einrichten, an die sich Besch\u00e4ftigte wenden k\u00f6nnen, wenn sie sich wegen eines in \u00a7 1 AGG genannten Grundes (z. B. Behinderung, Geschlecht, Alter, Religion) benachteiligt f\u00fchlen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Flexibilit\u00e4t bei der Umsetzung:<\/strong><\/span> Das Gesetz schreibt keine bestimmte Organisationsform vor. In kleineren Betrieben ist das oft die Personalabteilung oder die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen meist eine spezialisierte Antidiskriminierungsstelle, Compliance-Abteilung oder ein Ombudsmann. Auch die Einbindung des Betriebsrats ist \u00fcblich.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Pr\u00fcfungspflicht:<\/strong><\/span> Die eingerichtete Stelle ist gesetzlich verpflichtet, jede eingehende Beschwerde sorgf\u00e4ltig zu pr\u00fcfen und dem Beschwerdef\u00fchrer das Ergebnis der Pr\u00fcfung mitzuteilen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Schutz vor Benachteiligung und Ma\u00dfregelungsverbot (\u00a7 16 AGG)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Damit Besch\u00e4ftigte das Beschwerderecht ohne Angst vor beruflichen Konsequenzen nutzen k\u00f6nnen, greift im engen Zusammenspiel mit \u00a7 13 AGG das <span style=\"color: #080060;\"><strong>Ma\u00dfregelungsverbot nach \u00a7 16 AGG<\/strong>:<\/span><\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">Arbeitgeber d\u00fcrfen Besch\u00e4ftigte <span style=\"color: #080060;\"><strong>nicht benachteiligen<\/strong><\/span> oder sanktionieren, weil sie ihre Rechte aus dem AGG ausge\u00fcbt haben (z. B. eine Beschwerde eingereicht oder als Zeuge ausgesagt haben).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Ma\u00dfnahmen wie eine pl\u00f6tzliche schlechtere Beurteilung, Schikanen oder ungerechtfertigte Versetzungen als Reaktion auf eine AGG-Beschwerde sind unwirksam und l\u00f6sen eigenst\u00e4ndige Schadensersatzanspr\u00fcche aus.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Bedeutung in der Praxis und Schnittstelle zu \u00a7 15 AGG<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die innerbetriebliche Beschwerde nach \u00a7 13 AGG hat eine erhebliche Bedeutung f\u00fcr die Durchsetzung von Anspr\u00fcchen:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Keine starre Pflicht, aber starker Hebel:<\/strong><\/span> Die Nutzung der innerbetrieblichen Beschwerdestelle ist in der Regel keine zwingende Voraussetzung (keine Ausschlussfrist), um direkt vor das Arbeitsgericht zu ziehen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Auswirkung auf den Entsch\u00e4digungsanspruch (\u00a7 15 AGG):<\/strong> <\/span>Reicht ein Arbeitnehmer eine Beschwerde nach \u00a7 13 AGG ein und reagiert der Arbeitgeber monatelang \u00fcberhaupt nicht oder verharmlost den Vorfall, kann dieses arbeitsrechtliche Versagen im sp\u00e4teren gerichtlichen Prozess als Indiz f\u00fcr einen strukturellen Mangel an Diskriminierungsschutz gewertet werden und die H\u00f6he einer immateriellen Entsch\u00e4digung nach \u00a7 15 Abs. 2 AGG sp\u00fcrbar erh\u00f6hen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Arbeitgeber sind \u00fcberdies gut beraten, im Zuge einer Beschwerde nach \u00a7 13 AGG sofortige Abhilfema\u00dfnahmen zu ergreifen (z. B. T\u00e4ter abmahnen, Arbeitsabl\u00e4ufe anpassen), da sie andernfalls f\u00fcr das diskriminierende Verhalten von Vorgesetzten oder Kollegen rechtlich voll einstehen m\u00fcssen.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Schutz vor Benachteiligung durch Ma\u00dfregelungen (\u00a7 16 AGG)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Der Schutz vor Ma\u00dfregelungen nach \u00a7 16 AGG ist das zentrale Schild des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, das verhindern soll, dass Besch\u00e4ftigte f\u00fcr die Geltendmachung ihrer Rechte bestraft oder unter Druck gesetzt werden. Ohne diese Bestimmung blieben die materiellen Schutzvorschriften und Beschwerderechte oft wirkungslos, da Arbeitnehmer aus Angst vor Repressalien schweigen w\u00fcrden. Die Struktur, die Voraussetzungen und die weitreichenden Wirkungen dieser Vorschrift gliedern sich in folgende Kernbereiche: \u00a0 Schutzbereich und gesch\u00fctzte Verhaltensweisen (\u00a7 16 Abs. 1 AGG) \u00a0 Das Gesetz untersagt dem Arbeitgeber jegliche benachteiligende Behandlung oder negative Reaktion gegen\u00fcber Besch\u00e4ftigten, die bestimmte gesetzlich gesch\u00fctzte Schritte unternommen haben. Dazu z\u00e4hlen: Aus\u00fcbung von Rechten: Die Geltendmachung von Anspr\u00fcchen aus dem AGG (z. B. schriftliche Geltendmachung von Schadensersatz nach \u00a7 15 Abs. 4 AGG). Nutzung des Beschwerderechts: Das Einreichen einer offiziellen Beschwerde bei der betrieblichen Beschwerdestelle nach \u00a7 13 AGG. Unterst\u00fctzung von Kollegen: Das Aussagen als Zeuge, das Verfassen einer eidesstattlichen Versicherung oder das Unterst\u00fctzen von Arbeitskollegen, die sich diskriminiert f\u00fchlen. Verweigerung unzul\u00e4ssiger Weisungen: Das berechtigte Verweigern von Handlungen, die gegen das Benachteiligungsverbot versto\u00dfen w\u00fcrden. \u00a0 Typische Formen unzul\u00e4ssiger Ma\u00dfregelungen \u00a0 Eine Ma\u00dfregelung im Sinne des \u00a7 16 AGG muss nicht immer eine direkte K\u00fcndigung sein. Das Verbot umfasst jede Form der Schlechterstellung im Arbeitsverh\u00e4ltnis, wie zum Beispiel: Sanktionierte Versetzungen: Die abrupte Versetzung eines Arbeitnehmers, der sich \u00fcber rassistische oder sexistische \u00c4u\u00dferungen eines Vorgesetzten beschwert hat, auf einen weit entlegenen, ungeliebten Arbeitsplatz. Schikan\u00f6se Beurteilungen: Eine pl\u00f6tzliche, v\u00f6llig grundlose Verschlechterung der dienstlichen Beurteilung oder des Arbeitszeugnisses nach einer eingereichten AGG-Beschwerde. Ausschluss von betrieblichen Leistungen: Das bewusste \u00dcbergehen bei Gehaltserh\u00f6hungen, Pr\u00e4mien, begehrten Projekten oder Fortbildungen als \u201eStrafe\u201c f\u00fcr aufm\u00fcpfiges Verhalten. Informelle Schikanen (Mobbing): Das Dulden oder Sch\u00fcren von Ausgrenzung durch Vorgesetzte, um den Besch\u00e4ftigten zum freiwilligen Austritt zu dr\u00e4ngen. \u00a0 Gesetzliche Rechtsfolgen bei Verst\u00f6\u00dfen \u00a0 Wird ein Besch\u00e4ftigter entgegen \u00a7 16 AGG ma\u00dfgegr\u00fcndet, greifen scharfe rechtliche Mechanismen: Unwirksamkeit der Ma\u00dfnahme: Jede benachteiligende Ma\u00dfnahme oder Vereinbarung, die als Reaktion auf die Rechtsaus\u00fcbung erfolgt, ist rechtlich unwirksam (z. B. ist eine ausgesprochene Ma\u00dfregelungsk\u00fcndigung nichtig). Eigenst\u00e4ndiger Schadensersatz: Die Ma\u00dfregelung stellt selbst eine neue, eigenst\u00e4ndige Verletzung des AGG dar. Betroffene haben Anspruch auf vollen materiellen Schadensersatz sowie auf eine immaterielle Entsch\u00e4digung (Schmerzensgeld) nach \u00a7 15 Abs. 2 AGG. Beweislastserleichterung (\u00a7 22 AGG): Auch f\u00fcr das Ma\u00dfregelungsverbot gilt die Beweislastumkehr. Wenn der Besch\u00e4ftigte Indizien daf\u00fcr vorlegt, dass eine negative berufliche Ma\u00dfnahme zeitnah nach einer Beschwerde oder Rechtsaus\u00fcbung erfolgt ist, muss der Arbeitgeber l\u00fcckenlos nachweisen, dass die Ma\u00dfnahme ausschlie\u00dflich auf sachlichen, von der Beschwerde v\u00f6llig unabh\u00e4ngigen Gr\u00fcnden beruhte.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Schutz vor Ma\u00dfregelungen nach <span style=\"color: #080060;\"><strong>\u00a7 16 AGG<\/strong><\/span> ist das zentrale Schild des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, das verhindern soll, dass Besch\u00e4ftigte f\u00fcr die Geltendmachung ihrer Rechte bestraft oder unter Druck gesetzt werden. Ohne diese Bestimmung blieben die materiellen Schutzvorschriften und Beschwerderechte oft wirkungslos, da Arbeitnehmer aus Angst vor Repressalien schweigen w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Struktur, die Voraussetzungen und die weitreichenden Wirkungen dieser Vorschrift gliedern sich in folgende Kernbereiche:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Schutzbereich und gesch\u00fctzte Verhaltensweisen (\u00a7 16 Abs. 1 AGG)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Gesetz untersagt dem Arbeitgeber jegliche benachteiligende Behandlung oder negative Reaktion gegen\u00fcber Besch\u00e4ftigten, die bestimmte gesetzlich gesch\u00fctzte Schritte unternommen haben. Dazu z\u00e4hlen:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Aus\u00fcbung von Rechten:<\/strong><\/span> Die Geltendmachung von Anspr\u00fcchen aus dem AGG (z. B. schriftliche Geltendmachung von Schadensersatz nach \u00a7 15 Abs. 4 AGG).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Nutzung des Beschwerderechts:<\/strong><\/span> Das Einreichen einer offiziellen Beschwerde bei der betrieblichen Beschwerdestelle nach \u00a7 13 AGG.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Unterst\u00fctzung von Kollegen:<\/strong><\/span> Das Aussagen als Zeuge, das Verfassen einer eidesstattlichen Versicherung oder das Unterst\u00fctzen von Arbeitskollegen, die sich diskriminiert f\u00fchlen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Verweigerung unzul\u00e4ssiger Weisungen:<\/strong><\/span> Das berechtigte Verweigern von Handlungen, die gegen das Benachteiligungsverbot versto\u00dfen w\u00fcrden.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Typische Formen unzul\u00e4ssiger Ma\u00dfregelungen<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Eine Ma\u00dfregelung im Sinne des \u00a7 16 AGG muss nicht immer eine direkte K\u00fcndigung sein. Das Verbot umfasst jede Form der Schlechterstellung im Arbeitsverh\u00e4ltnis, wie zum Beispiel:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Sanktionierte Versetzungen:<\/strong><\/span> Die abrupte Versetzung eines Arbeitnehmers, der sich \u00fcber rassistische oder sexistische \u00c4u\u00dferungen eines Vorgesetzten beschwert hat, auf einen weit entlegenen, ungeliebten Arbeitsplatz.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Schikan\u00f6se Beurteilungen:<\/strong><\/span> Eine pl\u00f6tzliche, v\u00f6llig grundlose Verschlechterung der dienstlichen Beurteilung oder des Arbeitszeugnisses nach einer eingereichten AGG-Beschwerde.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Ausschluss von betrieblichen Leistungen:<\/strong><\/span> Das bewusste \u00dcbergehen bei Gehaltserh\u00f6hungen, Pr\u00e4mien, begehrten Projekten oder Fortbildungen als \u201eStrafe\u201c f\u00fcr aufm\u00fcpfiges Verhalten.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Informelle Schikanen (Mobbing):<\/strong> <\/span>Das Dulden oder Sch\u00fcren von Ausgrenzung durch Vorgesetzte, um den Besch\u00e4ftigten zum freiwilligen Austritt zu dr\u00e4ngen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Gesetzliche Rechtsfolgen bei Verst\u00f6\u00dfen<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Wird ein Besch\u00e4ftigter entgegen \u00a7 16 AGG ma\u00dfgegr\u00fcndet, greifen scharfe rechtliche Mechanismen:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Unwirksamkeit der Ma\u00dfnahme:<\/strong><\/span> Jede benachteiligende Ma\u00dfnahme oder Vereinbarung, die als Reaktion auf die Rechtsaus\u00fcbung erfolgt, ist rechtlich <span style=\"color: #080060;\"><strong>unwirksam<\/strong><\/span> (z. B. ist eine ausgesprochene Ma\u00dfregelungsk\u00fcndigung nichtig).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Eigenst\u00e4ndiger Schadensersatz:<\/strong><\/span> Die Ma\u00dfregelung stellt selbst eine neue, eigenst\u00e4ndige Verletzung des AGG dar. Betroffene haben Anspruch auf vollen materiellen Schadensersatz sowie auf eine<span style=\"color: #080060;\"> <strong>immaterielle Entsch\u00e4digung (Schmerzensgeld)<\/strong><\/span> nach \u00a7 15 Abs. 2 AGG.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beweislastserleichterung (\u00a7 22 AGG):<\/strong> <\/span>Auch f\u00fcr das Ma\u00dfregelungsverbot gilt die Beweislastumkehr. Wenn der Besch\u00e4ftigte Indizien daf\u00fcr vorlegt, dass eine negative berufliche Ma\u00dfnahme zeitnah nach einer Beschwerde oder Rechtsaus\u00fcbung erfolgt ist, muss der Arbeitgeber l\u00fcckenlos nachweisen, dass die Ma\u00dfnahme ausschlie\u00dflich auf sachlichen, von der Beschwerde v\u00f6llig unabh\u00e4ngigen Gr\u00fcnden beruhte.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Verfahrens- und F\u00f6rderrechte (\u00fcber \u00a7 164 ff. SGB IX, die \u00fcber \u00a7 164 Abs. 2 Satz 2 SGB IX eng mit dem AGG verkn\u00fcpft sind)<\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #000000;\"><button class=\"responsivevoice-button\" type=\"button\" title=\"ResponsiveVoice Tap to Start\/Stop Speech\" data-rvtts-action=\"speak\" data-rvtts-text=\"Die verfahrensrechtlichen Schutz- und F\u00f6rderrechte zugunsten schwerbehinderter Menschen bilden das administrative Fundament, das dem materiellen Benachteiligungsverbot des \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX und des AGG Wirksamkeit verleiht. W\u00e4hrend das AGG prim\u00e4r nachtr\u00e4gliche Sanktionen und Entsch\u00e4digungen regelt, greifen die Verfahrens- und F\u00f6rderrechte des SGB IX pr\u00e4ventiv im laufenden Arbeitsverh\u00e4ltnis ein. Das Zusammenspiel aus verfahrensrechtlichen Beteiligungspflichten des Arbeitgebers und den konkreten F\u00f6rderanspr\u00fcchen gliedert sich in folgende Kernbereiche: \u00a0 Die zentrale Klammer: \u00a7 164 Abs. 2 Satz 2 SGB IX \u00a0 Die Verkn\u00fcpfung dieser Vorschriften mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz erfolgt \u00fcber die gesetzliche Systematik des SGB IX: Der Arbeitgeber hat nicht nur die Pflicht, Benachteiligungen zu unterlassen (\u00a7 164 Abs. 2 S. 1 SGB IX), sondern er ist \u00fcber die nachfolgenden Abs\u00e4tze zu aktiven Handlungen und Verfahrensschritten verpflichtet. Verletzt der Arbeitgeber diese zwingenden Beteiligungs- oder F\u00f6rderrechte (z. B. die Einbindung der Schwerbehindertenvertretung oder des Betriebsrats), stellt dies im Streitfall ein gewichtiges Indiz f\u00fcr eine Benachteiligung im Sinne des \u00a7 22 AGG dar. \u00a0 Die wichtigsten Verfahrensrechte des Arbeitgebers \u00a0 Bei Personalma\u00dfnahmen, die schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte betreffen, muss der Arbeitgeber strikte Verfahrensvorgaben einhalten: Zwingende Einbindung der Schwerbehindertenvertretung (SBV) (\u00a7 178 Abs. 2 SGB IX): Der Arbeitgeber muss die SBV bei jeder beabsichtigten Ma\u00dfnahme, die einen schwerbehinderten Menschen ber\u00fchrt (von der Einstellung \u00fcber Umsetzung bis zur K\u00fcndigung), unverz\u00fcglich und umfassend unterrichten und vor der Entscheidung anh\u00f6ren. Unterl\u00e4sst er dies, ist die Ma\u00dfnahme verfahrensfehlerhaft. Beteiligung von Betriebs- und Personalrat (\u00a7 178 SGB IX i.V.m. BetrVG): Neben der SBV sind auch die klassischen Arbeitnehmervertretungen fr\u00fchzeitig einzubinden. Bewerbungsverfahren und Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (\u00a7 164 Abs. 1 SGB IX): Private und \u00f6ffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, frei gewordene Arbeitspl\u00e4tze fr\u00fchzeitig der Agentur f\u00fcr Arbeit zu melden. Bei schwerbehinderten Bewerbern muss zudem gepr\u00fcft werden, ob die Arbeitsagentur oder das Integrationsamt bei der Besetzung unterst\u00fctzen kann. \u00a0 Die korrespondierenden F\u00f6rderrechte des Besch\u00e4ftigten \u00a0 Schwerbehinderte Menschen haben einen einklagbaren oder zumindest verwaltungsrechtlich abgesicherten Anspruch auf konkrete F\u00f6rderma\u00dfnahmen am Arbeitsplatz: Anspruch auf leidensgerechte Besch\u00e4ftigung (\u00a7 164 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 und 4 SGB IX): Besch\u00e4ftigte haben das Recht, auf Arbeitspl\u00e4tzen besch\u00e4ftigt zu werden, auf denen sie ihre F\u00e4higkeiten und Kenntnisse voll verwerten und weiterentwickeln k\u00f6nnen. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsplatz so gestalten, dass er den gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen Rechnung tr\u00e4gt (z. B. barrierefreie Zug\u00e4nge, ergonomische Hilfsmittel, spezielle Software). Pflicht zur Einrichtung von Teilzeitarbeit (\u00a7 164 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 SGB IX): Schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen verlangen, auf einen Teilzeitarbeitsplatz versetzt zu werden, wenn dies wegen Art oder Schwere der Behinderung erforderlich ist. Vorrang bei internen Fortbildungen (\u00a7 164 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 SGB IX): Der Arbeitgeber hat schwerbehinderten Menschen die Teilnahme an betrieblichen Fortbildungen zur beruflichen Entwicklung zu erleichtern. Notwendige barrierefreie Vorkehrungen (z. B. Geb\u00e4rdensprachdolmetscher) sind grunds\u00e4tzlich zu erm\u00f6glichen. Freistellung von Mehrarbeit (\u00a7 207 SGB IX): Auf ihr Verlangen sind schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte von Mehrarbeit (\u00fcber die normale gesetzliche oder tarifliche Arbeitszeit hinaus) freizustellen. \u00a0 Die sch\u00e4rfste Klinge: Das K\u00fcndigungsverfahren beim Integrationsamt (\u00a7\u00a7 168 ff. SGB IX) \u00a0 Der wohl wichtigste verfahrensrechtliche Sonderstatus f\u00fcr schwerbehinderte Menschen greift bei der Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses: Will ein Arbeitgeber einen schwerbehinderten oder gleichgestellten Arbeitnehmer k\u00fcndigen, bedarf dies der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes (\u00a7 168 SGB IX). Ohne diese beh\u00f6rdliche Zustimmung ist eine ausgesprochene K\u00fcndigung nichtig (\u00a7 134 BGB). Das Integrationsamt pr\u00fcft im Rahmen eines eigenst\u00e4ndigen Verwaltungsverfahrens (unter Beteiligung von Arbeitgeber, Arbeitnehmer, SBV und Agentur f\u00fcr Arbeit), ob die K\u00fcndigung im Zusammenhang mit der Behinderung steht und ob dem Arbeitgeber mildere Mittel (wie eine leidensgerechte Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder eine Weiterbildung) zumutbar gewesen w\u00e4ren.\" data-rvtts-voice=\"Deutsch Female\" data-rvtts-brand-url=\"https:\/\/responsivevoice.org\/?utm_source=wordpress-plugin&amp;utm_medium=referral&amp;utm_campaign=powered-by\" data-rvtts-brand-label=\"Powered by ResponsiveVoice\"><svg class=\"rvtts-icon\" width=\"22\" height=\"22\" viewBox=\"0 0 22 22\" fill=\"currentColor\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path fill-rule=\"evenodd\" clip-rule=\"evenodd\" d=\"M11 0C4.92345 0 0 4.92345 0 11C0 13.2683 0.690345 15.3772 1.86621 17.1221L0.811724 21.0517L4.70345 20.0124C6.48621 21.2641 8.65586 22 11 22C17.0766 22 22 17.0766 22 11C22 4.92345 17.0766 0 11 0ZM3.99793 9.99862C3.99793 9.44483 4.44552 8.99724 4.99931 8.99724C5.5531 8.99724 6.00069 9.44483 6.00069 9.99862V12.0014C6.00069 12.5552 5.5531 13.0028 4.99931 13.0028C4.44552 13.0028 3.99793 12.5552 3.99793 12.0014V9.99862ZM8.99724 13.9966C8.99724 14.5503 8.54966 14.9979 7.99586 14.9979C7.44207 14.9979 6.99448 14.5503 6.99448 13.9966V7.99586C6.99448 7.44207 7.44207 6.99448 7.99586 6.99448C8.54966 6.99448 8.99724 7.44207 8.99724 7.99586V13.9966ZM12.0014 17.0007C12.0014 17.5545 11.5538 18.0021 11 18.0021C10.4462 18.0021 9.99862 17.5545 9.99862 17.0007V4.99931C9.99862 4.44552 10.4462 3.99793 11 3.99793C11.5538 3.99793 12.0014 4.44552 12.0014 4.99931V17.0007ZM14.9979 13.9966C14.9979 14.5503 14.5503 14.9979 13.9966 14.9979C13.4428 14.9979 12.9952 14.5503 12.9952 13.9966V7.99586C12.9952 7.44207 13.4428 6.99448 13.9966 6.99448C14.5503 6.99448 14.9979 7.44207 14.9979 7.99586V13.9966ZM18.0021 12.0014C18.0021 12.5552 17.5545 13.0028 17.0007 13.0028C16.4469 13.0028 15.9993 12.5552 15.9993 12.0014V9.99862C15.9993 9.44483 16.4469 8.99724 17.0007 8.99724C17.5545 8.99724 18.0021 9.44483 18.0021 9.99862V12.0014Z\"\/><\/svg><span class=\"responsivevoice-button__label\">Text anh\u00f6ren<\/span><\/button> <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die verfahrensrechtlichen Schutz- und F\u00f6rderrechte zugunsten schwerbehinderter Menschen bilden das administrative Fundament, das dem materiellen Benachteiligungsverbot des \u00a7 164 Abs. 2 SGB IX und des AGG Wirksamkeit verleiht. W\u00e4hrend das AGG prim\u00e4r nachtr\u00e4gliche Sanktionen und Entsch\u00e4digungen regelt, greifen die Verfahrens- und F\u00f6rderrechte des SGB IX <span style=\"color: #080060;\"><strong>pr\u00e4ventiv im laufenden Arbeitsverh\u00e4ltnis<\/strong><\/span> ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Das Zusammenspiel aus verfahrensrechtlichen Beteiligungspflichten des Arbeitgebers und den konkreten F\u00f6rderanspr\u00fcchen gliedert sich in folgende Kernbereiche:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die zentrale Klammer: \u00a7 164 Abs. 2 Satz 2 SGB IX<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Verkn\u00fcpfung dieser Vorschriften mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz erfolgt \u00fcber die gesetzliche Systematik des SGB IX:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\">Der Arbeitgeber hat nicht nur die Pflicht, Benachteiligungen zu unterlassen (\u00a7 164 Abs. 2 S. 1 SGB IX), sondern er ist \u00fcber die nachfolgenden Abs\u00e4tze zu <span style=\"color: #080060;\"><strong>aktiven Handlungen und Verfahrensschritten<\/strong><\/span> verpflichtet.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Verletzt der Arbeitgeber diese zwingenden Beteiligungs- oder F\u00f6rderrechte (z. B. die Einbindung der Schwerbehindertenvertretung oder des Betriebsrats), stellt dies im Streitfall ein gewichtiges <span style=\"color: #080060;\"><strong>Indiz f\u00fcr eine Benachteiligung<\/strong><\/span> im Sinne des \u00a7 22 AGG dar.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die wichtigsten Verfahrensrechte des Arbeitgebers<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Bei Personalma\u00dfnahmen, die schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte betreffen, muss der Arbeitgeber strikte Verfahrensvorgaben einhalten:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Zwingende Einbindung der Schwerbehindertenvertretung (SBV) (\u00a7 178 Abs. 2 SGB IX):<\/strong><\/span> Der Arbeitgeber muss die SBV bei jeder beabsichtigten Ma\u00dfnahme, die einen schwerbehinderten Menschen ber\u00fchrt (von der Einstellung \u00fcber Umsetzung bis zur K\u00fcndigung), <span style=\"color: #080060;\"><strong>unverz\u00fcglich und umfassend unterrichten<\/strong> <\/span>und vor der Entscheidung anh\u00f6ren. Unterl\u00e4sst er dies, ist die Ma\u00dfnahme verfahrensfehlerhaft.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Beteiligung von Betriebs- und Personalrat (\u00a7 178 SGB IX i.V.m. BetrVG):<\/strong><\/span> Neben der SBV sind auch die klassischen Arbeitnehmervertretungen fr\u00fchzeitig einzubinden.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Bewerbungsverfahren und Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (\u00a7 164 Abs. 1 SGB IX):<\/strong><\/span> Private und \u00f6ffentliche Arbeitgeber sind verpflichtet, frei gewordene Arbeitspl\u00e4tze fr\u00fchzeitig der Agentur f\u00fcr Arbeit zu melden. Bei schwerbehinderten Bewerbern muss zudem gepr\u00fcft werden, ob die Arbeitsagentur oder das Integrationsamt bei der Besetzung unterst\u00fctzen kann.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die korrespondierenden F\u00f6rderrechte des Besch\u00e4ftigten<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Schwerbehinderte Menschen haben einen einklagbaren oder zumindest verwaltungsrechtlich abgesicherten Anspruch auf konkrete F\u00f6rderma\u00dfnahmen am Arbeitsplatz:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Anspruch auf leidensgerechte Besch\u00e4ftigung (\u00a7 164 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 und 4 SGB IX):<\/strong> <\/span>Besch\u00e4ftigte haben das Recht, auf Arbeitspl\u00e4tzen besch\u00e4ftigt zu werden, auf denen sie ihre F\u00e4higkeiten und Kenntnisse voll verwerten und weiterentwickeln k\u00f6nnen. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsplatz so gestalten, dass er den gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen Rechnung tr\u00e4gt (z. B. barrierefreie Zug\u00e4nge, ergonomische Hilfsmittel, spezielle Software).<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Pflicht zur Einrichtung von Teilzeitarbeit (\u00a7 164 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 SGB IX):<\/strong><\/span> Schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte k\u00f6nnen verlangen, auf einen Teilzeitarbeitsplatz versetzt zu werden, wenn dies wegen Art oder Schwere der Behinderung erforderlich ist.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Vorrang bei internen Fortbildungen (\u00a7 164 Abs. 4 Satz 1 Nr. 5 SGB IX):<\/strong><\/span> Der Arbeitgeber hat schwerbehinderten Menschen die Teilnahme an betrieblichen Fortbildungen zur beruflichen Entwicklung zu erleichtern. Notwendige barrierefreie Vorkehrungen (z. B. Geb\u00e4rdensprachdolmetscher) sind grunds\u00e4tzlich zu erm\u00f6glichen.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #080060;\"><strong>Freistellung von Mehrarbeit (\u00a7 207 SGB IX):<\/strong><\/span> Auf ihr Verlangen sind schwerbehinderte Besch\u00e4ftigte von Mehrarbeit (\u00fcber die normale gesetzliche oder tarifliche Arbeitszeit hinaus) <span style=\"color: #080060;\"><strong>freizustellen<\/strong>.<\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><span style=\"color: #0500a8;\"> Die sch\u00e4rfste Klinge: Das K\u00fcndigungsverfahren beim Integrationsamt (\u00a7\u00a7 168 ff. SGB IX)<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Der wohl wichtigste verfahrensrechtliche Sonderstatus f\u00fcr schwerbehinderte Menschen greift bei der Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Will ein Arbeitgeber einen schwerbehinderten oder gleichgestellten Arbeitnehmer k\u00fcndigen, bedarf dies der <span style=\"color: #080060;\"><strong>vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes<\/strong><\/span> (\u00a7 168 SGB IX).<\/span><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Ohne diese beh\u00f6rdliche Zustimmung ist eine ausgesprochene K\u00fcndigung <span style=\"color: #080060;\"><strong>nichtig<\/strong><\/span> (\u00a7 134 BGB). Das Integrationsamt pr\u00fcft im Rahmen eines eigenst\u00e4ndigen Verwaltungsverfahrens (unter Beteiligung von Arbeitgeber, Arbeitnehmer, SBV und Agentur f\u00fcr Arbeit), ob die K\u00fcndigung im Zusammenhang mit der Behinderung steht und ob dem Arbeitgeber mildere Mittel (wie eine leidensgerechte Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder eine Weiterbildung) zumutbar gewesen w\u00e4ren.<span style=\"color: #080060;\"><strong><\/strong><\/span><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0500a8;\">Kontakt zur Rechtsanwaltskanzlei in D\u00fcsseldorf<\/span><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\">Sie haben ein juristisches Problem, bei dem Ihnen ein Rechtsanwalt behilflich sein kann, dann schicken Sie uns eine E-Mail mit einer Darstellung Ihres Problems.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"specialtext-content-left effect\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Schreiben Sie uns an:<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #487693;\">sekretariat@johanna-swist.de<\/span><\/h3>\n<h5 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">oder\u00a0<\/span><\/h5>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #000000;\">Rufen Sie uns an:<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #2f2f80;\">0211 &#8211; 8759\u00a0 8067.<\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #a0843d;\"><span style=\"color: #ffffff;\">&#8211;<\/span>Wir schenken Ihnen unsere ganze Aufmerksamkeit!<span style=\"color: #ffffff;\">&#8211;<\/span><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ffffff;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/span><\/p>\n<p><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><a class=\"maxbutton-109 maxbutton\" href=\"javascript:void(0);\"><\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.johanna-swist.de\/wpjs\/de\/kanzlei\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"Schutz der Schwerbehinderten im Arbeitsverh\u00e4ltnis aligncenter wp-image-7490\" title=\"Schutz der Schwerbehinderten im Arbeitsverh\u00e4ltnis\" src=\"http:\/\/www.johanna-swist.de\/wpjs\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Logo-2-1-300x85.jpg\" alt=\"Schutz der Schwerbehinderten im Arbeitsverh\u00e4ltnis\" width=\"364\" height=\"103\" srcset=\"https:\/\/www.johanna-swist.de\/wpjs\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Logo-2-1-300x85.jpg 300w, https:\/\/www.johanna-swist.de\/wpjs\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Logo-2-1.jpg 337w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Rechtlicher Hinweis &amp; Haftungsausschluss<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Inhalte &amp; Haftung<\/strong> Die Inhalte dieser Seite dienen ausschlie\u00dflich der allgemeinen Information. Trotz sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fcfung \u00fcbernehmen wir keine Gew\u00e4hr f\u00fcr die Richtigkeit, Vollst\u00e4ndigkeit oder Aktualit\u00e4t der bereitgestellten Informationen. Haftungsanspr\u00fcche aus der Nutzung dieser Informationen sind ausgeschlossen, sofern kein vors\u00e4tzliches oder grob fahrl\u00e4ssiges Verschulden vorliegt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #000000;\"><strong>Keine Rechtsberatung<\/strong> Die bereitgestellten Informationen stellen <strong>keine Rechtsberatung<\/strong> dar und k\u00f6nnen eine individuelle Beratung durch einen qualifizierten Rechtsanwalt nicht ersetzen. Die Anwendung der Inhalte auf konkrete Einzelf\u00e4lle erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000000;\">Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt zu Ihrem konkreten Anliegen beraten!<\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Schutz der Schwerbehinderten im Arbeitsverh\u00e4ltnis &nbsp; Unterlassene Arbeitsagentur-Meldung begr\u00fcndet Entsch\u00e4digungsanspruch eines schwerbehinderten Bewerbers &nbsp; Schwerbehinderung im Lichte des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) &nbsp; Beweislastserleichterung im Streitfall (\u00a7 22 AGG) &nbsp; Umssfassendes Benachteiligungsverbot (\u00a7 7 Abs. 1 AGG i.V.m. \u00a7 164<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[52],"tags":[],"class_list":["post-9055","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rechtsprechung-zum-arbeitsrecht"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.3 - 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